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Probleme mit dem Kettenritzel
Lediglich beim verschlissenen vorderen Kettenritzel musste Hand angelegt werden. Dieses ist mit dem
Kupplungskorb der handbetätigten außenliegenden Trockenkupplung vernietet und war als
Ersatzteil seinerzeit nur als komplette Einheit Kupplungskorb/Ritzel zu bekommen. Sicherlich ein
großer Zufall war es, dass bei Ebay ein solches Teil angeboten wurde. Schade nur, dass mir
der Kupplungskorb sozusagen vor der Nase weggeschnappt wurde, weil ich ein Limit in Bezug auf mein
Gebot gesetzt hatte. Damals ahnte ich noch nicht, was für eine Dummheit mein Geiz gewesen war,
weil ich geglaubt hatte, das einzelne Ritzel leicht nachfertigen und wieder annieten zu können.
Dieses verdammte Ritzel hat nämlich eine sehr breite Nabe, in der lose Walzen die Lagerung
des Korbes übernehmen und direkt auf dem Getriebewellenzapfen laufen. Die Rollen werden seitlich
nach beiden Seiten von integrierten Anlauf-Bünden gehalten, hinzu kommen noch Innen-Seegerringe
und diverse Scheiben. Natürlich ist die Lauffläche der Walzen gehärtet und geschliffen.
Zu einer Nachfertigung mit eigenen Mitteln sah ich mich nicht in der Lage. Aus diesem Grunde beschaffte
ich mir als Rohling ein 12 er Ritzel mit breiter Nabe bei
www.maedler.de. Diesem verpasste ich eine
Bronzebuchse in der Annahme, dass die Sache bei der angenommenen Laufleistung (kleinere Rallyes und
Ausfahrten) eine Weile halten wird. Während der Fahrt ist die Getriebewelle ohnehin fest mit dem
Kupplungskorb verbunden und dann keinem Verschleiß unterworfen. Nur im ausgekuppelten Zustand
dreht sich die Getriebewelle in diesem Lager.
An dieser Stelle noch eine kleine Zwischenbemerkung: Viele der geschilderten
Arbeiten kann man ohne weiteres in einer Garage oder im Keller ausführen.
Für die beschriebene Bearbeitung und Anpassung dieses Ritzels hingegen und
das Anfertigen der Bronzebuchse und Bohren der Nietlöcher genau passend zum
Kupplungskorb benötigt man mindestens eine Drehbank und eine
Ständerbohrmaschine. In meinem Falle konnte ich das in der Werkstatt meines
Sohnes Christoph (www.zweirad-perscheid.de)
machen.
Technische Daten
Durch googeln fand ich auf
www.oldiemofa.de
folgende technische Daten zum Motor:
- 48 ccm - Zweitaktmotor
- Umkehrspülung mit Flachkolben
- Bohrung 38 mm
- Hub 42 mm
- Leistung 1,3 PS bei 4800 U/min
- Verdichtung 1 : 5,5
- Gemisch-Schmierung 1:25 bis 1:30
- Luftkühlung
- Bing- oder Pallas-Vergaser (Durchlaß 10 mm, meiner hatte 8 mm) mit Schwimmer und Luftfilter
- Noris-Zündmagnet mit Lichtspule, 3 Watt, 6 Volt (auf Wunsch gegen Aufpreis auch 15 Watt, 6 Volt)
- Jurid-Dreischeiben-Trockenkupplung
- Tankinhalt 2,5 Liter
- Gewicht ohne Aufhängung 6,5 kg
- Kraftstoff-Verbrauch auf 100 km bei 20-25 km/h ca. 1,2 Ltr., bei 30 km/h ca. 1,5 Ltr.
- Steigfähigkeit 10% ohne Mittreten.
Und hier die wichtigsten Vorzüge laut ZÜNDAPP-Prospekt:
- Wer radfahren kann, kann auch einen Combimot fahren, denn er ist steuer-, führerschein- und zulassungsfrei,
einfach in Bedienung und Pflege.
- Großer Fahrtkomfort: Weiches, stoßfreies Anfahren, auch am Berg, mit der gekapselten
Anfahrkupplung, deshalb kein Abwürgen des Motors.
- Keine Erschütterungen, weil Motor
sehr vibrationsarm. Weiches, reifenschonendes Fahren und sicherer Antrieb, auch bei nassem Wetter.
- Große Zugkraft im mittleren Drehzahlbereich, daher Steigfähigkeit von 10% ohne Mehrganggetriebe.
- Die hervorragende Auspuffdämpfung macht den Motor auffallend geräuscharm.
- Denkbar lange Lebensdauer gewährleistet die praktisch unbegrenzte Verschleißfestigkeit
des hart verchromten Leichtmetallzylinders.
- Eingebaute Lichtspule - Abstellknopf - Drehgas - Kupplungssperre für Fahren ohne Motor
Schutzbleche - kein leckender Benzinhahn, da Nadelventil im Tank (Anm.: Dies galt nur für das
ZÜNDAPP-Moped)
- Der Kraftstoffverbrauch ist so gering, dass die Betriebskosten für jeden tragbar sind. Die
Anschaffung ist auch auf Teilzahlung möglich.
Die vielen Nebenarbeiten
Es war - wie bereits erwähnt - abzusehen, dass die Lackierarbeiten eine längere Sache werden würden.
So konnten viele Komponenten in Ruhe aufgearbeitet werden.
Begonnen habe ich mit den beiden Naben. Die Vordernabe habe ich zerlegt, die Nabenhülse poliert
und die Achse wieder mit neuen Kugeln eingesetzt und eingestellt. Einen kleinen Chromschaden habe ich in Kauf genommen.
Die Hinterradnabe, ein ganz normaler TORPEDO Freilauf mit Rücktrittbremse vom Fahrrad, war etwas stärker
verrostet als das Teil von vorne. Außerdem war der Messing-Bremsmantel total verschlissen. Eine einzelne
Nabenhülse war nicht aufzutreiben, doch gab es preiswert eine komplette neue Nabe bei Heinz Fingerhut
(www.velo-classic.de) zu kaufen. Diese Firma konnte
auch noch etliche anderen Teile wie z.B. einen neuen verchromten Lenker liefern, der dem Original weitgehend
entsprach.
Ein Grund zur Freude war das Tretlager. Lagerschalen und Konen befanden sich in gutem Zustand.
Die rechte Kurbel
mit Kettenblatt als auch die linke Kurbel waren noch so gut im Chrom, dass die Polierscheibe leichte Arbeit hatte.
Mopedbenzinhähne waren während meiner gesamten Praxis ein häufiges Ärgernis, weil sie schnell
undicht wurden. Nicht so der Hahn vom STRICKER. Den zerlegten Hahn im Ultraschallbad säubern, wieder
zusammenbauen und ein bisschen polieren - mehr war nicht nötig, bevor er wieder seinen Platz im Tank bekam,
den ich zuvor noch mit einem Zweikomponenten-Lack versiegelt hatte.
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